Der verliebte Spanner


© by sunny768

 

Heute war ein Glückstag für Gunnar. Da vorn lief sie, seine heiße Flamme Luisa aus dem Block gegenüber. Sie hatte lange blonde Haare, einen Knackarsch, Beine bis in den Himmel und was für Brüste – klein und knackig, wie süße Äpfel. Zum Reinbeißen. Für Gunnar war es ein Segen, einen winzigen Augenblick einen Blick auf die Frau seiner Träume erhaschen zu können.

Vorsichtig schlich er hinter ihr her, immer auf der Hut, von ihr nicht bemerkt zu werden. Noch war er nicht so weit, ihr seine heiße und innige Liebe zu gestehen. Aber bald würde es soweit sein. Sie würde freudestrahlend in seine Arme sinken und sich ihm hingeben, genau so, wie er es sich in seinen schönsten Träumen erwünschte.

Die Büsche als Deckung nutzend, versuchte er, sich ihr noch mehr zu nähern. Wie gut, dass sie heute endlich im Park spazieren ging. Hier konnte sich der heimliche Beobachter viel besser verstecken.

Sonst hatte es Gunnar nicht so einfach, seine Angebetete zu beobachten. Das Fernglas an den Augen, hinter der Gardine am Fenster versteckt, war nicht so das Gelbe vom Ei. Wenn er Glück hatte, konnte er einen Blick auf ihren nackten, makellosen Körper erhaschen, wenn sie vom Bad in ihr Schlafzimmer ging. Wenn man in einem so großen Wohngebiet wohnte, musste man immer damit rechnen, dass Nachbarn einen nicht gewollten Blick erhaschen wollten. Gunnars Glück war es, dass er zwei Stockwerke höher wohnte und somit unbemerkt gut zu ihr hinüber schauen konnte.

Im Sommer lag sie oft nackt auf ihrem Balkon und sonnte sich. Eine Augenweide für den heimlichen Beobachter, der diesen Anblick in sich aufsog wie ein trockener Schwamm und sich vorstellte, er läge neben ihr und könne ihr ebenmäßiges Gesicht bestaunen, das bereits eine leichte Bräune angenommen hatte.

Endlich blieb sie stehen. Sie schaute sich um. Dann setzte sie sich auf eine Bank, die am Wegesrand stand. Gunnar schlich näher. Das Gebüsch diente ihm weiterhin als sicheres Versteck. Wie gebannt blickte er zu seiner Liebsten hinüber. Die hielt ihr Gesicht in die Sonne und genoss die wärmenden Strahlen auf der Haut. Sie hatte ihren Hals nach hinten gebogen, sodass die langen Haare wie ein seidiger Wasserfall nach hinten fielen.

Leise schlich sich Gunnar noch näher heran. Beinahe schon konnte er ihren regelmäßigen Atem hören. Ihr feiner, femininer Duft wehte bis in sein Versteck. Es erregte ihn ungemein, ihn zu riechen. Unwillkürlich stellte sich sein kleiner Freund auf und klopfte verlangend von innen gegen den Hosenstall. Gunnar versuchte, es zu ignorieren. Viel lieber schwärmte er von ihr, seiner heimlichen Liebe.

Schnelle Schritte näherten sich der Bank. Gunnar lugte hinter seinem Gebüsch hervor und erblickte einen Mann. Freudestrahlend schaute ihm Luisa entgegen. Als er herangekommen war, sprang sie auf. Lachend warf sie sich dem Unbekannten an den Hals und küsste ihn stürmisch.

Eifersucht brodelte in Gunnar auf. Schneidend scharf fuhr sie durch seine Eingeweide. Schon wollte er erbost aus seinem Versteck hervorspringen und Luisa zur Rede stellen, was ihr einfiele, ihn zu betrügen. Gerade noch konnte er sich von seinem unüberlegten Schritt zurückhalten. Schwer getroffen saß er im Gebüsch und starrte neidisch auf das sich küssende Paar.


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