Der Gehstock

Version 2


© by sunny768

 

Diesmal erzähle ich Euch die Geschichte von Jeronimus und seiner Elizabeth aus der männlichen Sicht.

***

In freudiger Erwartung saß Jeronimus Freiherr von Birkenbrunn in seinem Schlafzimmer an dem kleinen Tisch. Seinen Hut hatte er neben sich abgelegt, seine Hände stützte er auf seinen Gehstock, den er immer bei sich führte. Dieser Stock gehörte zu ihm und er konnte sich nicht mehr daran erinnern, jemals ohne diesen zurecht gekommen zu sein.

Heute endlich konnte Jeronimus den lang ersehnten Termin mit Elizabeth von Blumenthal wahrnehmen und sich am Anblick seiner Geliebten ergötzen. Lange genug musste er darben. Eigentlich war Elizabeth gar nicht seine Geliebte, sondern eher eine etwas besser gestellte Dame für gewisse Dinge. Dass er Geld für ihre Dienste zahlte, war in den Kreisen, in denen sich der Freiherr bewegte, alltäglich. Viele seiner Freunde taten dies, auch wenn sie an eine Ehefrau gebunden waren.

Obwohl sie es nicht nötig hatte, verdiente sich Elizabeth ein kleines Zubrot mit ihren diversen intimen Diensten, die sie für Jeronimus tat. Ob er ihr einziger Freier war, wusste er nicht. Es war ihm auch egal, so lange sie ihm zu Diensten war, wenn er nach ihr rief. Er wusste nur, sie hatte Gefallen gefunden an ihrer Tätigkeit, mit der sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlug. Einerseits verdiente sie daran und zweitens konnte sie damit ihre Lust befriedigen, ohne einen Ehemann haben zu müssen. Obwohl sie von besonders bösen Zungen auch als Edelnutte bezeichnet wurde, rang ihr dies nur ein müdes Lächeln ab. Sie sagte darauf nur, der Neid spräche aus den Anklägern, die Wasser predigten, aber Wein tranken.

Eben entkleidete sich Elizabeth vor seinen Augen. Scheu zeigte sie keinesfalls. Im Gegenteil. Kokett ließ sie ihr roséfarbenes Kleid an ihrem makellosen Körper zu Boden gleiten. Ihr langes Haar hatte sie mit einer goldenen Spange gebändigt, die sie nun entfernte. Wie immer im Sommer trug sie keine Unterwäsche. Jeronimus liebte es, zu wissen, dass nur ein Kleid ihre Blöße verbarg. Er fand es erregend und irgendwie auch… verrucht, sexy, obszön. Wie heute Elizabeths Haut wieder schimmerte. Der Anblick war wirklich ergötzend. So seidig, so weich, wie die Haut eines Pfirsichs. Bestimmt hatte sie sich wieder mit dieser Creme behandelt, ehe sie zu ihm aufbrach.

Elizabeth war gar nicht schüchtern. Wie sie Jeronimus anmachte, ihn reizte, eine wahre Pracht. Ihr ganzer Körper war eine Augenweide. Er gehörte ihm, nur ihm, auch wenn es für nur ein paar Stunden war. Sogar ihre intimste Stelle präsentierte sie ihm. Aufreizend ein Bein leicht abgespreizt, gewährte sie ihm den Blick auf ihr Honigtöpfchen. Süffisant lächelnd lockte sie ihn, an der Köstlichkeit zu naschen.

Jeronimus sog tief die Luft ein. Ach, wenn er doch nur noch ein richtiger Mann wäre. Wie sehr vermisste er die Vereinigung mit einer Frau, die ihm seit einigen Jahren missgönnt war. Es grämte ihn, seine Geliebte nicht mehr mit seiner Männlichkeit zufrieden stellen zu können. Scheinbar vermisste sie es aber nicht, was Jeronimus ein wenig stolz machte. Trotz des herrlichen Anblicks, den Elizabeth ihm bot, schaute er heute grimmig drein. Die Hände auf seinen Gehstock gestützt, schaute er auf die Frau vor ihm.


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