Sunny und die Lesung

Mir wäre nie in den Sinn gekommen, mal eine Lesung zu machen. Doch wie es der Zufall und Facebook es wollte, sollte ich die Möglichkeit dazu bekommen. Um mal wieder ein paar Likes zu erhaschen, lud ich einige Leute von meiner Freundesliste bei Facebook ein, meine Seite zu liken, was einige auch gern taten. Ein nicht so ganz Normaler (O-Ton des FB-Users) meinte, ich solle es doch mal wagen. Übrigens - ich bin auch nicht ganz normal. Da ich eh der Meinung bin, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, ging ich darauf ein. Ja, warum eigentlich nicht. Ein wenig Werbung kann ja nicht schaden. Der Termin war schnell gemacht. Die Veranstaltung noch bei FB eingestellt und mehrmals geteilt. Das macht man dort so. Eine Woche vorher, ein geiler Artikel dazu im unserer Wochenendzeitung, in der Hoffnung, möglichst viele Leute aus und um Altenburg lesen und sind auch dran interessiert.

 

Am Montag darauf wurde ich von einem Bekannten mit "Guten Tag Frau Schriftstellerin" angesprochen. Interesse wurde bekundet, zu erscheinen. Tat er dann auch, sehr zu meiner Freude.

 

Die Aufregung wurde immer größer, je näher derTermin heranrückte. Vorbereitungen, Handy geladen, Tablet Akku laden, damit der ja nicht mitten in der Lesung schlapp macht. Flyer sind auch da, wie geil. Sind gut geworden, mir selber auf die Schulter klopf.

 

Am Tag der Lesung war ich ganz hibbelig. Ich konnte Mittags gar nicht schnell genug nach Hause kommen. Nun war erst einmal runter kommen angesagt, sonst wäre ich durch die Hütte gehüpft wie ein Flummy. Das geht nämlich gar nicht. Bei meinem "Schwergewicht" wäre in China nur ein Sack Reis umgefallen, oder noch viel Schlimmeres geschehen.

 

Und dann! Oh je... es war 17:45 Uhr, 15 Minuten vor Beginn. Mein Mann läuft auch schon Furchen in den Fußboden vor Aufregung. Ich bin die Ruhe in Person und illere am Veranstaltungsort nach draußen, niemand zu sehen. Was ist los? Ich mache auch noch Faxen mit der Wirtin: "Wenn niemand kommt, gibt´s extra für Sie eine Gratis-Lesung."

 

Hätte ich wohl lieber mal nicht zu sehr rumgeunkt. Als Erster kam mein Bekannter angeschlappt. Ich erkannte ihn schon am Schritt, noch bevor ich ihn gesehen habe. Dann kam noch der Organisator. Alles ist bereit, nur die Zuhörer fehlen noch. Jetzt sind wir zu Viert. Ich sitze schon mal Probe, Tablet ist angeschaltet, meine Geschichte bereit.

 

Banges Warten... eine Viertel Stunde später: Immer noch banges Warten. Niemand kommt. Enttäuschung macht sich breit. Soll ich jetzt nur vor drei Leuten, von denen einer bereits alles kennt, lesen? Ich entscheide mich dagegen. Große Enttäuschung. Tapfer lächle ich.

 

Dann vielleicht beim nächsten Mal. Die Hoffnung bleibt, dass die Altenburger doch noch Interesse finden.

 

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