Leseprobe aus Kapitel 1

Gerold und die holde Maid Marianna


Gerold wanderte schon seit Stunden einsam und alleine vom Haus seiner Mutter in Waldhaide, einem kleinen Dorf in die ferne Stadt. Morgen wird dort der wöchentliche Markt stattfinden, wo er einiges erstehen wollte.

Der Durst quälte ihn, weit und breit war kein schattiges Plätzchen zu finden, nur weite Felder mit Korn, welches ebenfalls in der Hitze die Ähren hängen ließ. Selbst die umgebenden, sonst grünen Wiesen, dorrten von sich hin, dass die normalerweise dort grasenden Kühe auch keine Freude mehr daran hatten - so ohne Wasser.

Immer mehr ärgerte sich Gerold, nicht den vom Nachbarn angebotenen Wagen mit den beiden strammen Ochsen genommen zu haben. Vor allem dachte er daran, erschöpft wie er war, der Heimweg würde kaum einfacher, mit der Last der gekauften Dinge.

Vor sich hin schimpfend wanderte Gerold weiter. Der Schweiß rann ihm in Bächen das Gesicht hinab und brannte in seinen Augen. Bald würde die Sonne untergehen. Er hoffte, die Nacht würde ein wenig Abkühlung bringen. Er kannte sich aus in dieser Gegend, in der er schon oft auf Raubzügen unterwegs war. Dieses Mal war allerdings alles anders: Gerold war alleine unterwegs. Seine Raubkumpane hatten ihn davongejagt, nachdem er sich mit dem Anführer geprügelt und verloren hatte. In Schimpf und Schande hatten sie ihn einfach weggejagt. Er konnte froh sein, sein Leben nicht verloren zu haben.

Seitdem wanderte er allein durch die Gegend, stahl mal hier, mal da was. Es reichte gerade so zum Überleben aus. Diesen Marktbesuch tat er vor allem seiner Mutter zuliebe, die ihn beauftragt hatte, für sie Besorgungen zu machen. Früher, als sie noch jünger war, ging sie den Weg zum Markt mindestens einmal im Monat. Jetzt jedoch war sie alt und kränklich und konnte den langen Fußmarsch nicht mehr bewältigen.

Gerold selbst streunte, wenn er nicht gerade bei seiner Mutter Unterschlupf fand, in den letzten Wochen oft durch die Gegend, um einen reichen Fang zu machen, wie er es sagte. Ihn plagte des Öfteren der Hunger, seine Kleidung war schmutzig und ungewaschen. Er selber stank schon zum Himmel, so lange hatte er sich nicht gewaschen. Die kurzen Bäder, die er im Fluss genommen hatte, reichten gerade mal so aus, sich ein wenig zu erfrischen.

Als der Abend nahte, kam er endlich zu einem Wald, in dem er sich sonst immer nachts verkroch, um wenigstens ab und an mal eine Mütze voll Schlaf zu bekommen. Er kannte da eine kleine Höhle, in der er sicher vor anderen Räubern und Wegelagerern war. Dieses Versteck wollte er aufsuchen.

Als er gerade zum Wald gehen wollte, kam ihm eine junge Frau aus eben diesem entgegen. Sie trug einen Korb Beeren mit sich. Gerold lief das Wasser im Munde zusammen, nicht nur wegen des Duftes der frischen Beeren, sondern auch ob des Anblicks der jungen Maid.

„Wohin des Weges, holde Maid“, grüßte Gerold so freundlich wie es ihm möglich war und zog den Hut vor ihr. Er ging sogar noch so weit, eine Verbeugung anzudeuten. Dabei sah er das Mädchen lüstern an. Eine Frau habe ich schon lange nicht mehr gehabt, ging ihm dabei durch den Kopf, während ihm das Blut in die unteren Regionen schoss und sich das Ding, das er fast nur noch zum Entwässern gebrauchte, aufrichtete. Jedoch wusste sich Gerold zu benehmen und er unterdrückte den Wunsch, grob um die Frau zu buhlen. Doch der Auftrag seiner Mutter war mit einem Male vergessen. Nun galt es für Gerold, nur noch zu bekommen, was er wollte.

Das Mädchen bemerkte Gerolds begehrlichen Blick sehr wohl, doch ließ sie sich davon nicht beeindrucken.

„Warum willst du wissen, wohin ich gehen will“, fuhr das Mädchen den Mann etwas forsch an.

Der schrak ein wenig zurück. Doch auch er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.

„Nun, holde Maid“, scharwenzelte er weiter um sie herum. „Mein Magen knurrt ganz schlimm und ihr habt einen vollen Korb Beeren dabei. Wollt ihr mir nicht ein paar davon geben, damit ich mich sättigen kann?“

„Ihr seht nicht so aus, als würdet ihr euch nicht alleine behelfen können“, konterte die Maid. Sorgsam achtete sie darauf, dass der Wanderbursche seine Finger nicht in den Korb stecken und Beeren entwenden konnte, die sie mühsam gesammelt hatte. Der Koch würde sie züchtigen, wenn sie ohne vollen Korb zurückkäme. Mit Vorliebe natürlich auf ihren entblößten Hintern. Es bereitete ihm Spaß, sich an den Qualen der Malträtierten zu ergötzen oder sich am Anblick ihrer intimen Stellen aufzugeilen. Was er nach der Züchtigung tat, daran mochte Marianna lieber nicht denken.

Gaffen wollte Gerold allerdings auch. Bei Marianna, der schönen Maid vom Burghof. Sein Gemächt machte ihm Sorgen. Es pulsierte in seinen Beinkleidern, sprengte diese sogar fast aus allen Nähten.

„Ach, seid doch nicht so garstig zu mir“, begann Gerold fast zu weinen. Er sann nach, wie er das Mädchen ohne Zwang dazu bringen könnte, ihm die Beeren zu geben und noch besser, ihm vielleicht sogar zu Willen zu sein. Für letzteres würde er sogar auf essen verzichten.

„Wisst ihr was“, begann das Mädchen. „Kommt mit zur Burg, mein Herr hat bestimmt Arbeit für euch. Heute Abend ist ein Fest, da braucht der Koch noch jemanden, der in der Küche hilft.“

Gerold sann nach. Wenn er mit zur Burg ginge, bekäme er vielleicht Speis und Trank, das Mädchen und ein Dach über den Kopf dazu. Burg bedeutete für ihn auch, Reichtum, an dem er teilhaben könnte. Natürlich ohne, dass der Burgherr davon erführe. Zeit genug, auszuspionieren, wo die Schatzkammer ist, hätte er bestimmt.

„Gut“, erwiderte Gerold. „Wenn euer Burgherr mir Arbeit geben kann, komme ich gerne mit euch. Ich tue alles. Mein Magen ist leer, genau so mein Geldbeutel.“ Wieder schaute er auf den ausladenden Busen des Mädchen, der sich im Rhythmus ihres Atems hob und senkte. Die beiden Wonnehügel ragten prall und straff aus dem Ausschnitt heraus. Es fehlte nun nur noch Gerolds Schwanz, der sich dazwischen drängen konnte. Heiße Gedanken schwirrten nur so durch sein Hirn, dass ihm nicht bewusst wurde, wie er das Mädchen lüstern anstarrte.

Marianna erkannte diesen begehrlichen Blick, tat allerdings so, als bemerke sie ihn nicht. Dennoch flirtete sie heftig mit Gerold, denn der junge Mann gefiel ihr. Zwar nicht gerade als Ehegespons, nein, nur zur Freude zwischendurch war er gut genug. Frisch gewaschen und gebadet könnte man bestimmt mit ihm viel Spaß haben, fuhr es Marianna durchs Hirn.

So kam es, dass Gerold mit der Maid zur Burg ging und den Auftrag seiner Mutter völlig vergaß. Auf dem Weg dorthin unterhielten sich die beiden angeregt.

„Ach ja, mein Name ist Gerold“, sagte er auf einmal, als ihm einfiel, dass er sich noch gar nicht vorgestellt hatte.

„Ich bin die Marianna“, nannte nun auch das Mädchen seinen Namen.

„Marianna, Marianna, die schöne Marinna“, sang Gerold wie zum Scherz. Was ihm von seiner Begleitung eine Kopfnuss einbrachte. „Marianna, Marianna, liebste Marianna, willst du nicht mal mit mir was Schönes tun … ich hätt so Lust dazu.“

Doch Marianna lachte nur darüber. So schnell ließ sie keinen Mann an sich heran, und schon gar nicht einen so Dahergelaufenen wie Gerold einer war.