Weihnachtsfreuden?


Wie jedes Jahr um die Weihnachtszeit verfallen die Menschen in Stress, den sie einfach nicht abschütteln wollen oder nicht können. Geschenke müssen für die Liebsten müssen besorgt werden. Nur für was, frage ich mich oft.

Bringt es Freude, beschenkt zu werden? Oder bringt es Freude, zu beschenken? Ich weiß es nicht. Ist es nicht ein ewiges Hin und Her der Gaben, die man meist nicht gebrauchen kann, man aber trotzdem lächelt und sich freut, um den Schenkenden nicht zu beleidigen? Nur ist diese aufgesetzte Freude auch wirklich Freude, die vom Herzen kommt? Nein, ist es nicht. Doch lieber beißen wir uns die Zunge ab, als den Schenkenden zu beleidigen, denn wir wollen ja Frieden zum Heiligen Abend.

Oft überlege ich, ob es Sinn macht, zu schenken, oder Geschenke zu empfangen? Ist das der Sinn der Weihnacht?

Dann kommt mir die Geschichte von Jesus in Erinnerung. Ja, am Weihnachtstag soll der kleine Jesus von Maria geboren worden sein, irgendwo in einem Stall mitten in Nazaret. Ein Fest der Freude? Wenn ein Kind geboren wird, ist das immer ein Fest der Freude.

Nur, wurde Jesus an diesem Tag seiner Geburt beschenkt? Ja, er wurde beschenkt. Mit seinem Leben, das nun begann und seinen Lauf nahm. Doch es stand ihm ein hartes Leben bevor, das viele Jahre später mit Blut und Leiden endete.

Ist es das, was die Menschen damals wollten? Jesus in Blut und Leiden zu sehen? Hat das, was wir heute von Weihnachten verstehen, noch etwas mit der Geburt Jesu zu tun?

Ich sage nein, hat es nicht. Was wir heute von Weihnachten verstehen, ist längst nicht mehr das, was es mal sein sollte. Konsumwahn, Geltungssucht, Habgier, Neid, das sind einige Dinge, die unser heutiges Leben ständig begleiten. Immer wollen wir besser sein als der neben uns. Doch sollten wir uns nicht einmal an die einfachen Dinge des Lebens erinnern? Wie zum Beispiel die Liebe, die Nähe, die Sehnsucht, einen lieben Menschen zu berühren, ihn einfach lieb zu haben. Sind wir nicht alle Menschen, die der Liebe bedürfen? Wäre es nicht besser, den Nächsten zu lieben, oder ihm wenigstens das Leben leichter zu machen, als ihn durch unseren Hass oder unseren Neid zu vernichten.

Ich für mich habe mich längst entschieden. Für mich gibt es zu Weihnachten keine Geschenke. Auch keinen Christbaum und Weihnachtsschmuck. Das sind für mich Dinge, die entbehrlich sind. Viel lieber sitze ich mit meinen Lieben in geselliger Runde bei einem Glas Wein und Kerzenschein, erzähle kleine Geschichten, lache mit den Liebsten gemeinsam. Das ist mir viel mehr wert als teure Geschenke auf dem Gabentisch.