Hitzschlag


Unbarmherzig prallte die Sonne auf den einsamen Wanderer hernieder, der sich schon vor Stunden auf den weiten Weg in die nächste große Stadt gemacht hatte, wo am morgigen Tag ein Markt stattfinden sollte. Weit und breit war kein einziges schattiges Plätzchen zu finden. Nun ärgerte er sich, nicht doch den Ochsenkarren genommen zu haben, um sein wertvolles Hab und Gut, das er zum Markt bringen wollte, zu transportieren. Schwer trug er an dem großen Sack, den er sich über die Schulter geworfen hatte.

Endlich, nach schier endlos langer Zeit erreichte er einen Bach, an dem hochgewachsene Bäume mit großen schattenspendenden Kronen wuchsen. Erfreut ließ der Wandersmann den schweren Sack fallen, nicht darauf achtend, dass sich dabei die Kordel, mit dem er zugeschnürt war, löste.

Gerade als er sich zum Flusse hernieder beugte, um sich in dessen Nass abzukühlen, traf es ihn - ein dicker Ast, mit dem er von seiner Beute, einer geraubten Schönheit, voll am Kopf getroffen wurde.

Scheiße, war sein letzter Gedanke, der ihm in den Sinn kam, ehe eine Ohnmacht von ihm Besitz ergriff.


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