Blind gedatet

Beitrag zum Erotik-Schreibwettbewerb

in der Bookrix-Gruppe "Schreibwettbewerbe Erotik

zum Thema "Blind date"


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Schon am Vormittag des besagten Tages wieselte ich herum wie ein aufgescheuchtes Huhn. War auch wirklich alles in Ordnung? War auch jedes Staubkörnchen auf den Möbeln entfernt? Heute musste alles bis aufs kleinste I-Tüpfelchen stimmen, denn heute kommt er. Wer ist er? Das wollt Ihr bestimmt genau wissen. Spanner seid Ihr! Aber ich will mal nicht so sein und ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.

Wie so oft in der heutigen, schnelllebigen Zeit lernt man Leute im Internet kennen. Das ist zwar eine etwas eigenartige Art und Weise jemanden kennenzulernen. Aber man geht mit der Zeit und so ist auch das möglich. Online sein ist in, wer nicht online ist, lebt hinter dem Mond.

Vincent und ich lernten uns in einem Forum kennen, welches das genau war, das kann ich schon gar nicht mehr sagen. Komischerweise war das keine diverse Dating-Seite, die wie Pilze aus dem Boden des Internets schießen. Es hatte zwar etwas mit Sex zu tun, aber eher auf der schriftstellerischen Ebene. Ein gemeinsames Hobby führte uns sozusagen zusammen.

Wir waren beide nicht auf der Suche nach einem festen Partner, auch nicht nach einem für nur eine Nacht. Und trotzdem begannen wir uns im Laufe der Zeit zu vertrauen, wie einem richtigen realen Partner. Kein noch so großes Tabu war uns zu peinlich, es dem anderen anzuvertrauen.

So vergingen etliche Monate, in denen wir mehr oder weniger regelmäßig Kontakt via Internet miteinander hatten. Eines Tages erzählte mir Vincent, dass ihm eine Geschäftsreise bevorstand, die ihn in meine Gegend führte. Das war für mich ein Grund, Nägel mit Köpfen zu machen und den „großen Unbekannten“ einmal richtig kennenzulernen. Warum auch nicht, es ist ja nichts dabei, sich zu treffen und bekannt zu machen. „Alles kann, nichts muss“, war meine Devise.

Ich bot Vincent an, bei mir zu übernachten. Platz genug hätte ich, teilte ich ihm mit. Er jedoch zierte sich wie eine Jungfrau vor dem ersten Mal. Oft genug hatte er mir gesagt, dass er in Sachen Frauen recht unbedarft war, obwohl er seit vielen Jahren verheiratet war und bereits eine erwachsene Tochter und ein Enkelkind hat.

Für mich war das kein Problem, wir mussten ja nichts tun, was der andere nicht wollte. Doch irgendwie war mein Jagdtrieb erwacht, den ich eigentlich seit meiner Jugend genügend ausgelebt hatte. Es reizte mich, Vincent zu sehen, auch wenn nichts weiter daraus entstehen sollte. Die Freundschaft zu ihm war mir lieber als alles andere. Dass er in einer festen Beziehung war, respektierte ich, auch, dass er gewisse Hemmungen verspürte, eine eigentlich vollkommen fremde Frau zu treffen.

Frei von der Leber weg verriet ich ihm: „Hemmungen lassen sich überwinden. Ich stelle dir auch eine Leiter hin, um diese zu bewältigen.“ Dabei grinste ich in mich hinein, er konnte es ja nicht sehen.

Zu guter Letzt sagte Vincent zu, den Abend und die Nacht bei mir zu verbringen. Ich freute mich wie ein Kind an seinem Geburtstag und sehnte den Tag herbei, an dem er hier sein würde.

Nun war er endlich da, der Tag X. Ich stand unter Spannung, als hätte ich 100 Millionen Volt in mir. Es war alles bereit, auch das Schlafzimmer, so zur Vorsorge sozusagen. Man beziehungsweise Frau weiß ja nie, was sich im Laufe des Abends noch ergibt. Das Bett war neu bezogen und duftete wie eine Blumenwiese. Eigentlich wollte ich Bettwäsche mit Löwen, doch die gab es leider nicht. Ich bin vom Sternzeichen her Löwe, das würde passen, doch so musste Leoparden-Look als Vertretung ran. Leoparden sind auch Wildkatzen, passt, dachte ich mir.

Endlich war es Zeit, zum Bus zu gehen. Wir hatten ausgemacht, dass ich ihn am Bahnhof abholen würde. Normalerweise fahre ich mit dem Auto in die Stadt, aber da Vincent mit seinem Leihwagen kam, verzichtete ich auf meinen fahrbaren Untersatz und nahm das erste Mal seit langer Zeit den Bus. Ich war aufgeregt wie schon lange Zeit nicht mehr. Wenn das nur gut geht. Im Bus saß ich auf meinem Platz und starrte zum Fenster hinaus. Eigenartigerweise sah ich immer Vincents Gesicht in der spiegelnden Fensterscheibe vor mir, was gar nicht sein konnte, da er nicht neben mir saß. Mein Herz klopfte wie verrückt in meiner Brust und versuchte, sich den Weg nach unten zu bahnen. Nicht umsonst heißt es wohl: mir rutscht das Herz in die Hose.

Nach einer gefühlten Ewigkeit näherte sich der Bus der Endhaltestelle. Aufgeregt schaute ich über die Straße hinweg, wo ich ihn vermutete und erkannte ihn von seinem mir bekannten Bild, wie er wie verlassen neben seinem Mietauto auf dem Parkplatz vor dem Bahnhofsgebäude stand und auf mich wartete. Mein Herz pochte noch schneller, als ich ihm entgegenstrebte. Endlich sollte es soweit sein.

Nach einer etwas schüchternen Begrüßung ging ich auf Angriff über. Jetzt oder nie. Ich umarmte Vincent und küsste ihn einfach. Widerstand zwecklos. Er ließ es zu, anfangs etwas erschrocken, aber dann küsste er zurück. Ich war happy.

Ich bemerkte, wie aufgeregt er war. Um das Unvermeidbare – die Fahrt zu mir nach Hause - noch ein wenig hinauszuzögern und um ihn die Möglichkeit zu geben, sich ein wenig zu beruhigen, führte ich ihn in eine Gaststube, wo wir erst einmal zu Abend aßen. Ich hatte plötzlich einen riesigen Hunger. Den ganzen Tag brachte ich vor Aufregung nichts herunter, doch nun knurrte mein Magen ganz plötzlich wie ein grimmiger Löwe.

Während wir aßen, beobachtete ich Vincent. Ich wusste, dass er viel älter war als ich. Trotzdem sah er für sein Alter noch sehr ansprechend aus. Der Bart war gepflegt, so auch das Haar. Große, aber sehr gepflegte Hände rundeten mein Wohlwollen noch ab. Gepflegte Hände gehören zu einer gepflegten Person einfach dazu. Man sah ihnen an, dass sie harte Arbeit nicht gewohnt waren, aber er sollte ja auch nicht in meinem Garten umgraben.

Ich spürte, dass Vincent sehr aufgeregt war. Mir erging es nicht anders. Doch ich versuchte, dies zu überspielen, indem ich einfach losplapperte. Eigentlich gab es nicht viel von mir zu erzählen, wir „kannten“ uns ja bereits. Doch so ganz ohne Konservation am Tisch zu sitzen und zu essen, war für mich einfach nicht möglich.

Er:

Schon den ganzen Nachmittag freute ich mich auf das Treffen mit meiner nahezu unbekannten, aber inzwischen doch so sehr vertrauten Freundin. Was würde mich erwarten? Ich war zu beinahe allem bereit. Ihre Andeutungen waren kaum zu missverstehen.

Unser Abend sollte ganz unverfänglich beginnen. Am Bahnhof ihrer Heimatstadt wollten wir uns treffen und erst einmal essen gehen. Da blieb genügend Zeit, um uns näher kennen zu lernen.

Da müsste es doch möglich sein, meine Hemmungen abzubauen, dachte ich mir. Aber wie?

Ich hatte sie sofort erkannt, als sie aus dem Bus stieg. Ihr Bild hatte ich schon seit Stunden vor meinen Augen gesehen! Lächelnd überquerte sie die Straße, trat auf mich zu. Galant begrüßte ich sie mit einem Handschlag. Sie jedoch küsste mich einfach auf den Mund.

Nach einer für mich stürmischen Begrüßung, lotste sie mich zu ihrem auserkorenen Gasthaus. Betrübt musste sie aber erkennen, dass dieses ausgerechnet heute Ruhetag hatte. Sie kannte sich aus, also suchten wir weiter und wurden fündig.

Während unseres Essens saß ich stocksteif da. Dabei spürte sie wohl deutlich, dass ich mich nicht wirklich wohl fühlte. Ich hatte mich auf dieses Abenteuer eingelassen, von dem ich nicht wusste, wie es ausgehen würde. Diesen Eindruck konnte sie bestimmt von meinem Gesicht ablesen. Was würde wohl noch alles geschehen, wie weit würde sie gehen?

Sie rührte sich, streckte ihre Beine aus und strich über meine Waden. Erschrocken zog ich meine Füße sofort unter meinen Stuhl zurück. Sie aber lächelte mich nur an.

Nach unserem Essen lotste sie mich zu ihrem Haus. Ihre Hand, die sie mir demonstrativ auf meinen Schenkel gelegt hatte, konnte ich beim besten Willen nicht ignorieren. Ich ahnte, nein wusste, ich würde diese Nacht bestimmt nicht allein in einem fremden Bett verbringen.

Gleich hinter der Türe zu ihrem Haus öffnete ich meinen Koffer und tauschte meine Straßenschuhe gegen meine Filzpantoffeln aus.

Ihr schwante wohl Fürchterliches. Das bestätigte sich weiter, als ich ihr die Treppe in ihr Reich folgte und mich auf ihrem Sofa niederließ.

Im dümmsten Moment platzte da noch ihr erwachsener Sohn herein und quasselte drauflos. „Mensch, hau bloss ab“, dachte sie bestimmt, aber es war ja immerhin ihr Sohn. Nach fast ewiger Zeit ließ er uns endlich allein. Nun musste etwas geschehen, sonst würden wir hier auf dem Sofa noch versauern.

Nachdem er endlich weg war, machte sie sich an mich ran, umschlang mich mit ihren Armen. Ich konnte ihr nicht mehr ausweichen, ihre Lippen pressten sich gegen meine.

Erstaunlicherweise konnte ich meine Hemmungen sogleich ablegen und leistete keinerlei Widerstand, als sich ihre Zunge in meinen Mund schob. Nein! Ich spielte sofort mit!

Wir schmusten miteinander, bis wir kaum noch Luft bekamen. Mit unseren Händen strichen wir über unsere Körper. Meine inneren Barrikaden gerieten nun doch sehr ins Schwanken. Ich wagte mich langsam an sie heran. Meine Hände verließen ihren Rücken, strichen sachte über ihre üppigen Brüste.

„Mach nur, die beissen nicht“, raunte sie mir vor unserem nächsten Kuss ins Ohr.

Endlich fasste ich etwas Mut, meine Berührungen wurden nun deutlich fordernder. Gezielt suchte ich nach ihren Nippeln, die ich durch ihre Kleidung hindurch allerdings nicht finden konnte.

Deshalb griff sie selber ein, zog ihre Bluse hoch und auch ihren BH. Ihre schweren Wonneproppen fielen mir daraufhin förmlich in die Hand. Unermüdlich spielte ich an ihren Wärzchen herum. Aber ihr Leib verlangte nach mehr!

Während unserem nächsten Kuss legte sie ihre Hand deutlich und unmissverständlich auf meinen Schenkel, tastete deutlich nach meinem Knubbel in der Hose.

Ich wehrte sie nicht ab, einzig ein schwerer Atemzug bewies, dass ich diese Berührung offensichtlich genoss.

Nun war alles klar, alles konnte geschehen, wenn wir es beide wollen. Sie erhob sich, zog mich hoch und führte mich in ihr Schlafzimmer. Natürlich hatte sie schon alles für eine erhoffte Liebesnacht vorbereitet.

Noch im Stehen küssten wir uns erneut. Unsere Hände glitten hemmungslos über alle Stellen unserer Körper, lösten Schnallen, Reißverschlüsse, Knöpfe… Schließlich standen wir mitten in einem Berg von Kleidern, trugen nur noch unsere Slips.


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