It´s Partytime


Kennt nicht jeder dieses Sprichwort „Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch“? Ganz bestimmt. So eine Maus war Juliana. Fühlte sie sich unbeobachtet, ließ sie die Puppen tanzen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Eigentlich war die junge Frau in einem guten Haus aufgewachsen. Nie musste sie Not leiden und bekam immer alles, was sie sich wünschte. Ihren Eltern spielte sie immer das kleine, stille Mäuschen vor. In Wahrheit war sie das gar nicht, sondern eine durchtriebene, sexgeile Frau. Das durften ihre Erzeuger, wie sie ihre Eltern abwertend nannte, nie erfahren. Die würden ihr sonst die Hölle heiß machen und sie enterben. Dann konnte sie sehen, wo sie blieb und zusehen, wie sie zurecht kam. Juliana liebte das Leben, das sie führte. Der Luxus, sich alles leisten zu können, war ihr in die Wiege gelegt worden.

Juliana wohnte noch bei ihren Eltern, in einer großen, luxuriösen Villa am Stadtrand. Die konnten sich problemlos einen gepflegten Garten mit einem großen Pool und eigene Hausangestellte leisten. Eine gute Gegend, ruhig gelegen, eine illustre ausgesuchte Nachbarschaft, alle gut situiert. Neureiche würden wir vielleicht dazu sagen.

Sie selbst stieg nach ihrem BWL-Studium gleich in die Firma ihres Vaters ein. Sich einen anderen Job zu suchen, kam für sie nicht in Frage. Da sie das einzige Kind ihrer Eltern war, war ihr Werdegang vorbestimmt. Sie sollte die Firma, die ihr Vater schon von seinem eigenen Vater vererbt bekam, übernehmen. Dazu gehörte auch, nach dem Abitur zu studieren. Ihr Vater legte viel Wert darauf, ihr eine gute Ausbildung zukommen zu lassen, ob es Juliana gefiel oder nicht. So beugte sie sich seinem Willen und tat, was er verlangte. Es war auch sein Wunsch, dass die Tochter eines Tages einen standesgemäßen Mann heiraten würde. Doch noch war es nicht so weit. Bis es dazu kommen würde, wollte Juliana die Zeit nutzen und sich austoben. Dass ihr das einen etwas zweifelhaften Ruf einbrachte, interessierte sie nicht die Bohne.

Das kam so:

Schon in jungen Jahren bemerkte Juliana, dass sie anders war als ihre Klassenkameraden. Nicht, weil ihre Eltern über mehr flüssige Mittel verfügten als manch andere. Nein, mehr was das Zwischenmenschliche betraf. Es fiel ihr eher durch einen Zufall auf.

Juliana war etwa sechzehn Jahre alt, als sie eines Nachts aufwachte und sich über eigenartige Geräusche vom Garten her wunderte. Nicht, dass es sie störte, diese Laute zu hören, eher das Gegenteil war der Fall. Diesmal empfand sie diese plötzlich anders als die vielen Male zuvor. Während sie sich bisher stets genervt umgedreht und versucht hatte, weiter zu schlafen, wurde sie dieses Mal nervös. Dieses Gestöhne machte sie plötzlich an und unruhig. Daher war sie über ihre plötzliche Reaktion ein wenig geschockt.

Sie musste der Sache auf den Grund gehen, deshalb stand sie auf und schlich aus ihrem Zimmer. An der Treppe ins Untergeschoss blieb sie stehen, denn im Garten, den sie durch das große Panoramafenster sehen konnte, sah sie Licht, sie blickte hinaus.


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