Einer zuviel...


by Sauhund


Es war einmal - die Zeit vergeht so schnell, genau weiß ich es nicht mehr. Nur eines ist sicher, ich war damals noch jung, wohl mitten in den Zwanzigern, und noch etwas geschockt von dem, was mir diese Hexe antat. Erst ganz langsam begann ich die Vorteile einzusehen, die mir ihr Fluch einbrachte. Zur damaligen Zeit, heute sagt man ja Mittelalter dazu, war es für einen adretten jungen Mann - und das war ich nun einmal - relativ einfach, an ein williges Mädchen heranzukommen. Die Zeit brachte es mit sich, dass Frauen fast als Freiwild galten. Nur an Frauen aus dem gehobenen Stand war schwerer ranzukommen. Die wurden von ihren Männern und deren Kumpanen geschützt. Ich stellte aber nur zu bald fest, genau diese Frauen aus wohlbehütetem Haus, waren meist schärfer als alles Gewürz, was die Küche hergab. Trugen die einfachen Frauen auch so etwas wie Hosen unter ihrem Rock, erlebte ich es bei den noblen Damen mehr als einmal, dass sie lieber einen zweiten Rock darunter trugen, als selbst eine Unterhose. Vor allem mein besonders entwickelter Geruchssinn lernte sehr bald zu erkennen, bei welcher Frau sich gewisse Chancen ergaben. Nur zu viele davon hatten auch Lust, Spaß zu haben, bevor sie an einen alten, aber wohlhabenden Greis zwangsvermählt wurden.

Ach ja, wegen des Geruchs, da waren mir einfache Frauen oft lieber. Wenn der Geruch frisch ist, kann er sehr anregend sein. Ist er aber womöglich schon viele Tage alt … da kräuselt sich die Nase. Warum einfache Frauen oft weniger riechen? Ganz einfach, sie sieht man oft an einsamen Flussufern und Seen. Wohlhabende Frauen waschen sich zu Hause - aus einer kleinen Schüssel.

Ich müsste nicht Sauhund sein, wenn ich das nicht sehr schnell mitbekommen hätte. So war ich, mit einigen Burschen aus meinem damaligen Wohnort, bei jedem halbwegs akzeptablen Wetter auf der Suche nach badenden Schönheiten. Ach was quickten die, wenn wir sie pudelnackt im Wasser entdeckten und sie ebenfalls nackt mit unseren vorstehenden Lanzen überraschten. Ihr werdet es aber kaum glauben, ganz im Gegensatz zu den hochedlen Rittern und sonstigem adligen Gesocks, mussten wir nie Gewalt anwenden, um Spaß zu haben. Allerdings muss ich auch zugeben, die Folgen so manches fröhlichen Nachmittags wurden von den Frauen doch Unbekannten zugeschrieben, die beim Baden aufdringlich wurden.

Ich erzähle diese eigentlich altbekannte Art damaliger Zeit deshalb so genau, damit sich der geneigte Leser ein halbwegs ausführliches Bild der damaligen Zeit machen kann. Im herrschenden Adelsstand ging es eher verklemmt zu. Die einfachen Leute verstanden es sehr wohl, wenn ihnen die Fronarbeit Zeit ließ, sehr viel Spaß und Vergnügen in ihr Leben zu bringen. So will ich lieber nicht wissen, wie viele Kinder damals falschen Vätern zugeschrieben wurden. Mancher davon mag sich zwar gewundert haben, dass ihm plötzlich ein junges Mädchen zur Verfügung stand, wenn er betrunken aus einem Wirtshaus nach Hause wankte. Zur damaligen Zeit kamen halt viele Kinder nach nur sieben oder acht Monaten zur Welt.

Nun zum eigentlichen Grund, warum ich diese Geschichte erzähle. Acht Wochen nach meinem Ärger mit der Hexe traf ich auf Olav. Er war ein netter Kerl, wenn er auch nie viel redete.

„Wollen wir heute an den Teufelsweiher Weiber aufreißen?“, fragte ich ihn.


„Von mir aus. Ich achte darauf, ob jemand kommt. Dann kannst du aufreißen“, antwortete er.

Es ergab sich, dass an diesem Nachmittag gleich fünf Frauen am Teufelsweiher badeten. Sonst sind sie meist nur zu zweit. Trotzdem ging ich hin, Olav setzte sich ans Ufer. Schnell hatte ich ein vollbusiges Weib gefunden, welches meinte meine Hilfe zu benötigen. Als wir eine halbe Stunde später aus dem dichten Gebüsch zurück zum Weiher kamen, bot sich uns ein seltsames Bild. Vier nackte Frauen standen um den immer noch bekleideten Olav herum und sprachen auf ihn ein:

„Bist du unfähig?“, fragte eine und zeigte mit ihren Fingern genau, was sie meinte.

„Oder hast du gar keinen?“, lachte eine andere.

„Kann nicht sein“, stellte eine Dritte gerade fest, als ich aus dem Gebüsch hervortat. „Von was sollte sich sonst seine Hose so beulen?“