Der Lustsklave


geschrieben für den Schreibwettbewerb in der Gruppe "Schreibwettbewerbe Erotik" bei Bookrix zum Thema "Voyeur" und den 45. Kurzgeschichtenwettbewerb zum Thema "So war das aber nicht gedacht" im ELP-Forum


© by Brida Baardwijk aka sunny768

Leise schlich sich Labelius durch den üppig bewachsenen Garten zu dem verwunschenen kleinen Pavillon am äußersten Ende des Anwesens. Der Weg dorthin führte durch ein eng mit exotischen Bäumen und Büschen bewachsenes Terrain. Wie gut, dass der Gärtner es mochte, den Garten möglichst wild zu halten. Sein Herr mochte es ebenso. Nur wer sich gut auskannte, fand den Weg. Er hasste akkurat angelegte Rabatten und Wege und war daher mit der Arbeit seines Gärtners zufrieden.

Nektarios hatte sich mit einem Gast genau in diesen Pavillon zurückgezogen und wollte nicht gestört werden. So hatte er Labelius befohlen, jegliche Störung von ihm fernzuhalten, damit er mit dem Unbekannten wichtige Gespräche führen konnte, die nicht für jedermanns Ohren bestimmt waren. Labelius aber bemerkte, wie sein Herr den Gast anschaute. So lüstern, dass ihm ein wilder Schauer über den Rücken zog und er Mühe hatte, sein aufmüpfiges Gemächt in Zaum zu halten. Der Fremde schaute genauso lüstern und wissend. Labelius fiel es wie Schuppen von den Augen. Die beiden waren bestimmt ein Liebespaar, darauf konnte er seine Haut verwetten. Das konnte und wollte er nicht akzeptieren. Immerhin war er der Favorit des mächtigen Nektarios und nicht dieser dahergelaufene Fremde.

Aber Labelius wäre nicht Labelius, wenn er nicht herausbekommen würde, was sein Herr im Schilde führte. Sonst tat er auch nicht so geheimnisvoll, wenn Gäste im Haus waren. Meist wurden sie in die große, lichtdurchflutete Halle geführt, wo bequeme Sofas bereit standen. Dann musste Labelius Speisen und Getränke servieren und hatte sich ansonsten im Hintergrund zu halten, bis sein Herr seine Dienste in Anspruch nehmen wollte. Labelius war nämlich nicht nur ein normaler Diener, sondern auch der Lustsklave seines Herrn.

Eifersüchtig hatte Labelius dem Fremden nachgestarrt, als dieser den kiesbedeckten Weg entlang neben Nektarios in Richtung Pavillon schritt. Dass sich die beiden angeregt unterhielten, konnte man nur erahnen. Was hatten sie wohl zu bereden, das so geheim war?

Bald waren die beiden zwischen den hochwachsenden Bäumen und den Büschen verschwunden. Nur wer ihnen folgte, konnte belauschen, was sie besprachen. So huschte Labelius heimlich hinter den Männern her, immer darauf bedacht, nicht bemerkt zu werden. Wie gut, dass er jeden noch so kleinen Winkel dieses Irrgartens kannte.

Aus dem Pavillon hörte Labelius ein leises Flüstern. Die tiefe Stimme seines Herrn konnte er gut heraushören. Aufmerksam spitzte der Lauscher die Ohren. Erst das Flüstern und nun ein Stöhnen, anfangs verhalten, dann etwas lauter. Seine Neugier war geweckt. Er musste unbedingt sehen, was Geheimnisvolles geschah.


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