Goldfischbabe

Oder wer hat hier wen geangelt?

Eine Geschichte zum 44. Kurzgeschichtenwettbewerb im Forum zum Thema:

"Mein Goldfisch"


© by sunny768

Lasziv lehnte Victoria am Laternenpfahl und beobachtete die Leute, die geschäftig auf dem Bürgersteig an ihr vorbei hetzten. Sie konnte es nicht verstehen, warum sich jeden Tag so Viele Stress machten, anstatt ihre Zeit ganz relaxed wie sie zu verbringen. Sie ließ sich lieber aushalten. Victoria sah es nicht für zwingend notwendig, einer geregelten Arbeit nachzugehen, wenn es doch so einfach war, an die benötigte Kohle zu kommen. Wofür waren die reichen Schnösel da, die mit ihrem meist geerbten Geld um sich warfen, wie manch andere mit Kieselsteinen.

Obwohl sie ständig an Geldnot litt, war es für Victoria wichtig, sich gut kleiden. Es musste ihr nicht gleich anzusehen sein, dass sie ihre Kröten lieber dreimal umdrehte, ehe sie sie ausgab. Trotzdem war Geldverdienen eine Nebensache.

Auch heute sah sie genug Opfer, die ihr das nötige Kleingeld für ihren gewohnten Luxus spendieren könnten. So drückte sie sich aus, wenn sie andere abzog, oder besser gesagt, bestahl. Am besten auch noch, nachdem sie mit ihnen im Bett war. Sie sah es eher wie eine Gegenleistung für das, was sie ihnen bot. Immerhin war sie eine sehr ansehnliche Frau.

Da, Victoria richtete sich interessiert auf. Nur wenige Meter von ihr entfernt stand ein Mann, der recht gut gekleidet war. Sie beobachtete ihn eine Weile, bis sie bemerkte, auch sie wurde von ihm beobachtet. Ganz locker stand er an der Haltestelle und sah ganz offen zu ihr rüber. Er senkte nicht einmal den Blick, wenn sie zu ihm hinsah und somit kundgab, sie hatte ihn bemerkt.

Sie bekam große Augen, als sie seine mit Gold beringten Finger entdeckte. Dicke Armkettchen prangten an einem Handgelenk, sowie am anderen eine protzige goldene Uhr. Wenn das mal kein guter Fang war, wollte sie nicht mehr Victoria heißen.

„Auweh, was für eine Sahneschnitte“, dachte sich Guido, als er Victoria bemerkte. Seine Sensoren schalteten sofort von Null auf Hundert. Ohne Hemmung schaute er zu ihr. Was für Beine! Ewig lang und schlank. Die Highheels, die sie trug, ließen sie noch länger erscheinen. Das Röckchen konnte man schon nicht mehr als Rock bezeichnen. Breiterer Gürtel wäre da wohl besser ausgedrückt. Die Titten erst noch, genau das Kaliber, das er bevorzugte. Groß und prall. „Die geile Braut muss ich haben“, schoss es durch sein Gehirn und auch noch woanders hin. Ungeniert griff er sich in den Schritt und rückte sein prall gewordenes Anhängsel zurecht. Es drückte arg. Die edle Lederhose, die er anhatte, trug auch nicht gerade dazu bei, das peinliche Dilemma zu verbergen.

Unauffällig schlenderte Guido den Gehweg entlang, ohne sein Opfer aus den Augen zu lassen. Auf keinen Fall wollte er sie verlieren. Auch er sah den edel aussehenden Schmuck, den Victoria zur Schau stellte. Das eine mit dem anderen zu verbinden, war für ihn ein Spiel, das er gerne spielte. Erst flachlegen, dann ausrauben, war sein Motto. Da zog er gerne alle Register, um zum gewünschten Ziel zu kommen.

„Hey Süßer, wie wäre es mit uns?“, säuselte ihm Victoria entgegen, als Guido sich ihr näherte. In ihrer Mitte kribbelte es. Sie brauchte wirklich mal wieder einen Mann, der es ihr so richtig besorgen konnte.

„Mann, geht die aber ran, die hat´s wohl nötig“, dachte Guido und ging auf die Anmache ein. „So wie du aussiehst, gerne“, entgegnete er. „Was kostet eine Nummer?“

„Ich verbitte mir solche Gedanken“, fuhr Victoria den Mann erbost tuend an. „Ich bin doch keine Nutte. Wenn, dann mach ich es umsonst. Aus Spaß daran. Du verstehst?“

„Entschuldige, ich dachte schon, dass du… naja, lassen wir das lieber. Ich habe mich geirrt“, entgegnete Guido beschwichtigend. „Lust hätte ich schon. Du bist genau das Kaliber Frau, das ich mag. Also! Wohin mit uns beiden?“

„Ich kenne da in der Nähe ein kleines Hotel, die fragen nicht nach Namen“, erwiderte Victoria. „Die Kosten teilen wir uns. Was meinst du?“ Guido konnte nur noch zustimmend nicken, zu sehr stellte er sich die nächsten geilen Stunden mit der Frau vor. So folgte er ihr in die Höhle des Löwen.


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