Die lüsterne Hexe


Vor langer Zeit lebte einmal eine Hexe. Ihr Häuschen stand mitten in einem dunklen Wald, in den sich weder Mensch noch Tier hineinwagte. Die Hexe war sehr einsam, denn nicht einmal die Elfen und Feen getrauten sich in ihre Nähe. Dabei war sie eine gute und nicht, wie es die Menschen in den Dörfern erzählten, eine böse Hexe.

Tag für Tag wanderte sie durch den Wald und spähte nach Wanderern, die sich vielleicht verirrt hatten. Die Hexe plagten nämlich ganz gewisse Dinge. Eigentlich nahm sie an, sie wäre immun gegen diese Wollust. Aber es war doch nicht so.

Je mehr Zeit verging, desto frustrierter wurde die Hexe. Kein Tag ging ins Land, an dem sie nicht an die eine Sache dachte. Sie ritt sogar wild auf ihrem Besen, nur um Befriedigung zu bekommen. Doch die war nur von kurzer Dauer und die Hexe danach noch frustrierter.

Eines Tages schlenderte sie wieder einmal durch den Wald und beobachtete die Vögelchen, die pfeifend und singend durch die Wipfel der Bäume flogen und damit den Weg der Hexe verschönerten. Der Gesang der Vögel klang in der Hexe Ohren wie die schönsten Melodien. Doch da war noch etwas, das ihr Ohr erreichte. Etwas, das nicht in diesen Wald gehörte, ihr allerdings bekannt vorkam.