Intermezzo der Lust


Der Tag war erwacht. Auf dem Kastanienbaum vor dem geöffneten Fenster sangen die ersten Vögel ihr Morgenlied und läuteten damit den neuen Tag ein. Die Sonne blinzelte schon hinter den Wolken hervor und versuchte diese zu vertreiben. Es sollte ein schöner Tag werden, ohne Wolken am Himmel und sommerlich warm.

Durch das Fenster strömten die Düfte des Sommers ins Zimmer - voll erblühte Blumen, die gereiften Saaten auf den Feldern, Duft von getrocknetem Heu auf den Wiesen. Man hörte sogar das leise Rauschen des Laubes der Bäume des nahen Waldes. Es klang wie leises Wispern, als wenn man sich etwas zuflüstert.

Das Paar, das auf dem breiten Bett lag, umarmte sich liebevoll. Zarte Blicke wurden getauscht, Lippen trafen sich zum Kuss. Sie war eben erwacht und schaute ihn mit glänzenden Augen an, aus denen noch das Feuer der letzten Nacht hervorblitzte. Sie hatten sich geliebt, erst feurig, heiß und voll Leidenschaft, solange bis die erste Gier gestillt war, dann wieder sanft und zart. Voller Liebe verschmolzen sie ineinander, genossen die Zärtlichkeiten, aber auch das wilde Verlangen, das sie überrollte und fast wahnsinnig machte. Sie schwebten wie im Takt der Musik miteinander durch die Sphären der Lust.

Finger verschlangen sich wieder ineinander, Hände umklammerten den anderen, Herzen bebten, Körper erzitterten vor Lust. Eng rückten zwei Leiber aneinander, wollten sich spüren, die Haut des anderen ertasten, kosten, schmecken.