Unerfüllte Liebe


Es ist Frühjahr 2009. Egon und Peti lernten sich in einem Internetforum kennen. Wie so vielen vor ihnen ging es ihnen selbst auch so. Sie waren einsam und suchten jeder für sich ein genau so einsames Herz. Egon wohnte in Hannover und Peti im vielen Kilometer entfernten Gera.

Anfangs waren sie noch etwas schüchtern wenn sie sich Mails schrieben. Aber nach und nach gab sich das. Auch Bilder tauschten sie aus. Peti gefiel Egon sehr, auch Egon fand Gefallen an ihr. Er nannte sie zärtlich sein Kätzchen und Peti nannte ihn Katerchen. Noch etwas später telefonierten sie dann öfter miteinander.

Egon schüttete Peti sein Herz aus, wie schlimm es für ihn wäre, immer so alleine zu sein und er gerne eine Frau an seiner Seite hätte, der es genau so ginge wie ihm. Ihm fehlte die Wärme, die Zuneigung, das Kuscheln. Natürlich auch der Sex, was er am Anfang aber nicht gleich zu gab. Ein Mann in den besten Jahren wie er brauchte eine Frau für gewisse Bedürfnisse. Es immer nur allein mit sich selbst zu tun, war auf die Dauer auch keine Lösung und auch recht frustrierend. Auf keinen Fall wollte er Peti verschrecken, indem er sie als nur ein Objekt seiner Begierde ansah. Eigentlich war sie es auch, aber nicht nur auf sexueller Ebene, sondern als Frau seines Herzens, mit der er eine lange Zeit seines Lebens verbringen wollte. Natürlich kannte er sie noch nicht richtig, denn wie konnte man einen Menschen, den man im Internet kennen gelernt hatte, richtig einschätzen wenn man denjenigen noch nie persönlich gegenübergestanden hat.

Peti sah auch in Egon immer mehr ihr Gegenstück, den so genannten Deckel auf ihrem Topf. Denn zu jedem Topf gibt es ja bekanntlich einen Deckel, die irgendwann zusammen treffen. Eines Tages getraute sie sich zu fragen, wie es mit einem realen Kennenlernen wäre.

Egon überlegte nicht lange und sagte zu. Denn auch er wollte sie gerne mal in Natura sehen.