Liebe und Triebe


© by Brida Baardwijk aka sunny768

Anmerkung: Die Geschichte habe ich für einen Schreibwettbewerb bei Bookrix zum Thema "Voyeur" geschrieben. Das Coverbild wurde als Stylevorlage gegeben. Ich hoffe, mein Text ist auch gelungen, dass ich eine Chance habe, auf dem Treppchen zu landen.

Eine Hand über ihrem Kopf in ihrem hochgesteckten Haar, mit der anderen das seidene bunte Tuch vor ihren nackten Körper haltend, kniete Cesaria auf dem flachen Liegemöbel, das in einer versteckten Nische stand. Auf dem Sofa hatte es sich ihr Liebhaber Laelius bereits bequem gemacht. Dort lag er, nackt wie Gott ihn schuf und wartete darauf, dass sich seine Geliebte zu ihm legte. Er lechzte danach, Cesaria zu berühren, ihre zarte elfenbeinfarbene Haut zu streicheln, sie zu küssen und zu liebkosen.

Lächelnd schaute Cesaria Laelius an. Gier lag in ihren Augen, Gier nach Liebe, aber auch nach Hingabe und Leidenschaft, die die beiden Liebenden einfach so überrannt hatte. Ihre Liebe war nicht legal, sie war verboten, denn Cesaria war bereits vergeben, an Patroklus. Doch sie liebte Patroklus nicht. Die Ehe mit ihm war von ihren Eltern arrangiert worden, nur um die Familie in höher gestellte Kreise einzuführen und um ihren Stand unter den Oberen der Stadt Potentia zu festigen.

Doch um nicht in der Ehe zu versauern, gönnte sie sich Laelius und die Liebe zu ihm. Jede noch so winzige Möglichkeit nahmen die beiden wahr, das verbotene Spiel zu genießen. Auch heute schlich sich Cesaria heimlich aus dem Haus ihres Gatten, um Laelius zu treffen. Ein Badehaus sollte dieses Mal der Ort der Sünde sein. Und nun stand sie hier, präsentierte ihre üppigen weiblichen Reize wie auf einem Silbertablett und genoss die lüsternen Blicke ihres Geliebten. Sie mochte es sehr, wenn er sie so anschaute und somit das Feuer der Lust in ihr entfachte. Ihr Schoß brannte vor wilder Leidenschaft zu ihm. Das Feuer, das er entfacht hatte, konnte nur Laelius mit seinem herrlichen Liebesstab in ihr löschen.

Laelius blickte zu Cesaria. Ihre Brüste schwollen vor Verlangen, genau wie sein Glied, das in freudiger Erwartung auf Cesarias Liebesgrotte groß und stark geworden war. Er entwand Cesaria das Tuch, mit dem sie ihm den Blick auf ihren nackten Leib verwehrte. Laelius Augen wanderten über die weichen Rundungen der geliebten Frau, zeichneten die Umrisse der vollen Brüste nach, glitten über ihren Bauch und verharrten zu guter Letzt an ihrer mit schwarzen gekräuselten Haaren bedeckten Scham. Er wusste, dahinter versteckte sich der Himmel auf Erden, doch auch die brausende und tobende Hölle, wenn einmal die Gier erwacht war, sich mit dem Mann zu vereinigen. Sie war wie eine Gottesanbeterin, die ihren Liebhaber verschlang, wenn der Liebesakt vollzogen war.

***


Amulius beobachtete die Gattin seines Patrons schon einige Zeit. Er kannte sie bereits seit Kindertagen und liebte sie innig. Die Liebe zu ihr war seitdem nie erloschen, auch wenn sich ihre Wege auf eine gewisse Art und Weise trennten. Amulius Liebe zu Cesaria war sogar noch größer geworden, als er erkannte, wie unglücklich seine Herrin in ihrer Ehe war. Oft bedauerte er sie, wenn sie wieder einmal ihrem Gemahl zu Willen sein musste, um seine Triebe zu befriedigen. Gegen seinen mächtigen Patron konnte er jedoch nichts unternehmen, außer Cesaria Trost zu spenden. Er hegte sogar Hoffnung, sie erneut für sich gewinnen zu können, nachdem er bemerkt hatte, wie unglücklich sie sich in ihrer Ehe war.

Als Cesaria und er den Kinderschuhen entwachsen und im heiratsfähigem Alter waren, erhoffte er sich, sie ehelichen zu können. Ihre Eltern jedoch lachten den Sohn einer einfachen Familie nur aus und schickten ihn mit den Worten „was soll unsere Tochter mit einem Habenichts“ wieder fort. Dass Cesaria dann auch noch die Ehefrau seines Patrons wurde, war für den jungen Mann anfangs eine Qual. Lange musste er mit sich kämpfen, seinen Herrn nicht hinterrücks zu ermorden, wenn dieser abends ins Schlafgemach der Eheleute ging und wenig später von dort das brünstige Stöhnen des Mannes zu hören war. Amulius wusste, seine heimliche Liebe mochte ihren Gatten nicht, doch als treue Ehefrau war sie verpflichtet, ihm beizuliegen, wenigstens so lange, bis sie gesegneten Leibes war und ihm einen Erben geschenkt hatte. So fand er sich mit der Lage ab und machte das Beste draus. Nur schon in ihrer Nähe sein zu können, war für ihn der Himmel.

Als Cesaria endlich einem kräftigen Knaben das Leben schenkte, war die Freude groß. Patroklus trug seine Frau auf Händen und erfüllte ihr jeden noch so kleinen Wunsch. Der Junge wuchs geborgen im Schoß der Familie heran. Er war der Stolz des Vaters. Cesaria liebte ihr Kind über alles, auch wenn es kein Kind der Liebe war. Doch so sehr sie ihren Sohn liebte, so hasste sie ihren Gatten, der sich ihr nach einer gewissen Zeit erneut näherte, um mit ihr den nächsten Nachwuchs zu zeugen. Zu Cesarias Glück blieb ihr Leib unfruchtbar. Nie wieder wollte der Samen des ungeliebten Mannes in ihr reifen. Obwohl sich Patroklus die größte Mühe gab, blieb auch nach Jahren Bemühung der Kindersegen aus. So wandte er sich von seiner Gattin ab und suchte sich eine Gespielin, was er vor seiner Frau auch nicht verheimlichte. Als Mann konnte er es sich leisten, eine Konkubine zu haben, deren Leben er mit seinen großzügigen Spenden an sie versüßte.

Cesaria fühlte sich verlassen und hintergangen, auch wenn Patroklus seine Beziehung zu seiner Geliebten nicht geheim hielt. Ganz öffentlich verkündete ihr Ehemann eines Tages, dass seine Xandra ihm zwei Kinder auf einmal geschenkt hatte und erkannte die Knaben als seine erbberechtigten Nachkommen an. Er lobte die Fruchtbarkeit seiner Geliebten, während er die Unfruchtbarkeit seiner Gattin sogar verspottete. Das Freudenfest, das er zur Geburt seiner Zwillinge gab, war pompös und ausschweifend. Wein und Bier floss in Strömen, es gab edle Speisen. Die Männer vergnügten sich ungezügelt mit den anwesenden Dirnen, während die Frauen daneben saßen und nichts zu sagen hatten. Cesaria fühlte sich auf dem Fest gar nicht wohl und wollte sich schon zurück ziehen, doch dann sah sie Laelius, der ebenfalls eingeladen war.

Laelius war ein ruhiger, unscheinbarer Zeitgenosse, der aber klüger war als alle anwesenden Männer zusammen. Gefasst beobachtete er das ungezügelte Verhalten der Gäste, beteiligte sich aber nicht daran, obwohl er vom Gastgeber mehrmals dazu aufgefordert wurde, sich eine der Dirnen zu nehmen. Er konnte nicht verstehen, wie ein liebender Gatte seine Gemahlin so beleidigen konnte, indem er vor ihren Augen mit Huren kopulierte.

Schon als Cesaria Laelius zum ersten Mal begegnete, verliebte sie sich in den nur wenige Jahre älteren Fremden. Er wurde ihr von ihrem Gatten als Freund einer bekannten Familie in Rom vorgestellt, der sich in Potentia niederlassen wollte. Ein geeignetes Stück Land wäre bereits gefunden, nun stände nur noch der Bau eines geeigneten Hauses an. Die dazugehörige Frau würde sich garantiert auch noch finden. Einige Familien hohen Standes in der Stadt hätten genügend heiratsfähige Töchter, die dafür in Frage kämen.

Auch Laelius fühlte sich zu Cesaria hingezogen. Da sie aber vergeben war, tat er nichts, womit er sie in schlechtes Licht rücken könnte. Er behandelte sie respektvoll und hielt den nötigen Abstand zu ihr ein. Doch er hatte nicht mit Cesarias Mut gerechnet, sich ihm verbotenerweise zu nähern und zu guter Letzt auch zu verführen. Das war nun bereits drei Jahre her. Drei Jahre, die Laelius mit allen Sinnen genossen hatte. So auch heute, wo er sich mit seiner Geliebten im Badehaus traf.


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